Mittwoch, 18. Oktober 2017

CSU offen für Mengensteuerung

Über 200 Milchbauern waren vergangenen Montag mit ihren Schleppern gekommen und hatten die Straße blockiert.
Aufgerufen zu der Demo hatte der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM). Dabei richtete sich der Unmut der Milchbauern nicht gegen die Bayerische Staatsregierung, sondern sie galt Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU), der Bundesregierung und der EU. Stellvertretend für Seehofer nahm Staatskanzleichef Marcel Huber das „BDM-Milchmarkt-Krisenmanagement-Konzept" entgegen. „Die Botschaft ist angekommen. Ich schaue mir das Papier genau an. Wir werden dafür sorgen, dass eine Mengensteuerung in den Koalitionsvereinbarungen vorkommt", versprach Huber.

Mittwoch, 20. September 2017

Bauern diskutierten mit Agrarminister

Der Hinweis von Bauer Sepp Hubert auf den halbwegs erfolgreichen Milchmengenausgleich – durchgesetzt von Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner und den Grünen – gefiel Bundesagrarminister Christian Schmidt gar nicht. »Eine Mengendisziplin muss geübt werden«, appellierte Schmidt an die Bauern. In der Analyse sei beim Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) vieles richtig, dessen sogenanntem Marktverantwortungsprogramm aber erteilte er eine Absage. 
Man habe doch jahrelang massenhaft Milchpulver eingelagert, erwiderte Lisi Aschauer, »das fällt jetzt auf uns zurück.« Die BDM-Kreisvorsitzende ist überzeugt, dass Deutschland als größter europäischer Milchproduzent vieles durchsetzen könnte. »Liebe Frau, bleiben Sie doch auf dem Boden der Realität«, reagierte Schmidt relativ harsch, man könne sich seine Ideen von halb drei Uhr früh nicht einfach so zurechtlegen. 

Dienstag, 2. Mai 2017

IG-Milch greift 19 Milchbauern unter die Arme

Die IG-Milch hilft jenen 19 Milchbauern, die mit der Schließung der Milchhandelsgesellschaft Alpenmilch Logistik seit April ohne Liefervertrag waren, bis zur Übernahme durch die Berglandmilch und organisiert deren Milchsammlung bis zum kommenden Wochenende. "Damit keine Milch entsorgt werden muss", wurde er Beschluss des Vorstandes am Montag begründet. Die IG-Milch und die Grünen begrüßen die Vertragsübernahme am Montag. "Wir hoffen, dass die angekündigte Benachteiligung dieser Betriebe nicht zu einer Verzerrung des Wettbewerbs führt", so IG-Milch-Obmann Ewald Grünzweil. Man hoffe nun, dass wieder Ruhe einkehrt und dann "dringend notwendige Reformen in der Milchbranche" angegangen werden. Die von "Milchrebellen" rund um die IG-Milch im Jahr 2008 ins Leben gerufene alternative Milchhandelsgesellschaft "Freie Milch Austria" (später Alpenmilch Logistik GmbH) machte der niedrige Milchpreis und die Molkerei-Konzentration in Österreich zu schaffen.

Montag, 10. April 2017

EU-Milchmengenreduzierung hat funktioniert

Nun müsse der freiwillige Lieferverzicht als wichtiges Instrument in einen regulären Krisenmechanismus eingebunden werden. Laut EMB hat die Produktionsdrosselung im Gegensatz zu anderen Massnahmen zwei grundlegende Vorteile: die Wirksamkeit auf den Preis und die Annahme des Programmes durch die Milchproduzenten. „Für uns ist dies eine klare Bestätigung, dass der freiwillige Lieferverzicht - eine langjährige Forderung des EMB - den Milchmarkt ins Gleichgewicht bringen kann", betonte Schaber. Dieser müsse deshalb zukünftig als reguläres Instrument und in Verbindung mit einer Mengendeckelung eine wichtige Rolle im Sektor spielen.

Mittwoch, 5. April 2017

Russland: Bauernproteste gegen Landraub gewaltsam beendet

In Russland hat die Polizei am Dienstag vergangener Woche einen Protestmarsch hunderter Kleinbauern gewaltsam beendet. Landwirte wollten sich im Rahmen eines Traktormarsches Gehör verschaffen. Doch dieser zweite Anlauf zu einer Demonstration wurde laut Agra Europe (AgE) von der russischen Polizei gewaltsam beendet.

Donnerstag, 30. März 2017

"Rebellen"-Molkerei fährt Notbetrieb

Mittlerweile haben die großen Milchverarbeiter jede Konkurrenz trockengelegt, sagt Ernst Halbmayr, einer der Mitbegründer der "freien Milch". Mit ein Grund für den Schlussstrich unter der Eigenvermarktung war auch der markante Preisverfall. Weil 35 Bauern aus Aschach/Steyr, dem Mühl- und Waldviertel nach der Kündigung noch immer keinen neuen Abnehmer für ihre Milch gefunden haben, wird die Gleinker Milchdrehscheibe im Notbetrieb weitergeführt. Zwei Chauffeure wurden zurückgeholt, notfalls schickt Furtmüller auch halbvolle Tankwägen los: "Wir lassen die Bauern nicht im Stich." Einige der Landwirte würden überlegen, die Großmolkereien nach dem Kartellgesetz zu verklagen. In den Reihen der "freien Milch" ist es kein Geheimnis, dass ein Branchenriese wie die Berglandmilch alle Muskeln spielen habe lassen, um den unabhängigen Mitbewerber vom Markt zu werfen. 

Dienstag, 21. März 2017

Sehenswert: Existenzkampf - Gedanken eines Milchbauern

Peter Habbena ist Milchlandwirt. Doch von der Milch seiner Kühe kann er nicht leben. "Wir Milchlandwirte müssen uns täglich mehr verschulden - nur damit wir weiter existieren können". Die aktuellen Milchpreise zwingen immer mehr Bauern in die Knie. Aber Peter Habbena will nicht aufgeben. Doch wie geht er mit dem täglichen Druck um, seinen Traditionshof vor dem Aus zu bewahren? Und wer hat Schuld an der Misere? Fragen, die Tausende Landwirte quälen. Peter Habbena beantwortet sie - Gedanken eines Milchbauern.

Montag, 20. März 2017

BY: Über 2300 Milchbauern gaben auf

Die Lage ist dramatisch, darin sind sich der Bayerische Bauernverband (BBV) und der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) einig. Darüber, wie man dem Höfesterben begegnen soll, sind die beiden Verbände allerdings geteilter Meinung – besonders, was eine gesetzliche Deckelung der Milchproduktion angeht. BBV-Präsident Walter Heidl überzeugt das nicht. „Der Strukturwandel in der Landwirtschaft hat nichts mit der Abschaffung der Milchquote zu tun", sagt er. 

Freitag, 3. März 2017

Milchbauern rufen Politik zu Hilfe

Es hatte ein bisschen was von einem Kaffeeplausch mit einem netten Nachbarn – wenn auf dem Hof nicht drei schwere schwarze Limousinen und in der Küche nicht gut gelaunte Bodyguards gesessen hätten. Ministerpräsident Torsten Albig attestierte dem Bauernverband eine wohl „zu naive Marktsicht", wenn dieser allein darauf setze, dass der Markt es schon richten werde. Er fügte hinzu: „So wie der Bauernverband über den BDM redet, rede ich nicht mal über die CDU."

Dienstag, 21. Februar 2017

Die Milchkrise geht weiter

Noch immer leiden die Milchbauern unter niedrigen Preisen und Preisschwankungen. Darum lud der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) zu einer Diskussionsveranstaltung mit der Europaabgeordneten und Milchbäuerin Ulrike Müller ein: „Ziel müsse es sein, die fortschreitende Marktorientierung des Milchsektors weiterzuverfolgen und Transparenz und Kriseninstrumente zu verbessern sowie die Rolle der Milcherzeuger zu stärken. Allerdings könne es keine Pauschallösung geben. Bei einem Selbstversorgungsgrad von 116 Prozent seien deutsche Milchbauern schon heute auf offene Exportmärkte angewiesen", sagte Müller.

Dienstag, 7. Februar 2017

SPD-Agrarpolitiker wenden sich gegen Hendricks

So schreibt SPD-Agrarsprecher Wilhelm Priesmeier zwar "In der Sache sei man sich einig, im Ton nicht." fügt aber an "Diese vom Bundesumweltministerium geplante Kampagne halte ich für ausgesprochen unglücklich."
"Ich halte die Kampagne für platt, gefährlich und kontraproduktiv", erklärte Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) am Montag laut Focus.
Auch der agrarpolitische Sprecher der SPD in Bayern, Horst Arnold, kritisiert die Aktion Hendricks in der notwendigen Diskussion um ein zukünftige Agrar- und Umweltpolitik als "stupiden Missgriff". 

Donnerstag, 2. Februar 2017

Montag, 23. Januar 2017

Landwirte stauben EU-Ratsgebäude mit Milchpulver ein

Im Brüsseler EU-Viertel haben Hunderte Landwirte gegen den geplanten Verkauf von Milchpulvervorräten protestiert. Die Demonstranten verteilten heute vor dem Tagungsort der EU-Gipfel große Mengen Milchpulver, um sich gegen einen befürchteten Preisverfall zu wehren. Die Bauern setzten dazu landwirtschaftliche Maschinen ein, sodass EU-Ratsgebäude und Polizisten von weißem Pulver eingehüllt wurden.

VIDEO - Proteste in Brüssel: EU-Ratsgebäude in Milchpulver versenkt

Etwa 150 Milchproduzenten haben Medienberichten zufolge im Rahmen einer Protestaktion gegen die Politik der Europäischen Union in dieser Branche mittels Gebläsen eine Tonne Milchpulver über das Gebäude des EU-Rats in der belgischen Hauptstadt verstreut. Die Landwirte befürchten, dass die EU-Kommission in den nächsten Monaten 400.000 Tonnen Magermilchpulver auf den Markt bringen werde, woraufhin die leicht angestiegenen Preise wieder unter Druck geraten würden.

18.000 Öko-Aktivisten ziehen mit 130 Traktoren durch Berlin

Eine Kuhglocke ertönt über dem Potsdamer Platz in Berlin. Sie gehört dem Milchbauern Sebastian Sonner. Er ist extra aus Oberbayern nach Berlin gereist – zur „Wir haben es satt!"-Demonstration. Zum siebten Mal sind – laut Veranstalter – rund 18.000 Bauern und Umweltschützer parallel zur Grünen Woche zusammengekommen, um gegen die Agrarindustrie auf die Straße zu gehen. Mit 130 Traktoren an ihrer Spitze ziehen sie durch das Regierungsviertel.

Dienstag, 17. Januar 2017

Arla kündigt die Verträge der Bergbauern

Nachdem bei den Milchpreisverhandlungen keine Einigung erzielt werden konnte kündigte der Molkereikonzern Arla Foods die Lieferverträge mit „seinen" Bergbauern. „Es war weniger die Höhe des Auszahlungspreises, sondern ein neues System, das unsere Liefergenossenschaft schlechter stellen würde", erklärt der Vorstandsvorsitzende der Allgäuer Bergbauernmilch, Hubert Rupp. „Das können wir so nicht akzeptieren."

Mittwoch, 11. Januar 2017

Ein Viertel aller Milchbauern kämpft um seine Existenz

Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter geht davon aus, dass ein Viertel der Milchbauern um seine Existenz kämpft. Zahlen des Statistischen Bundesamts vom Dezember zeigen, wie schlecht es um die Milchbauern steht: 4000 Betriebe mit Milchkühen mussten zwischen November 2015 und November 2016 aufhören. 

Wenn Milch billiger verkauft wird als Wasser

EU-Agrarkommissar Phil Hogan zeigte am Montag bei einem Expertenhearing Bereitschaft, gegen die von mehreren Mitgliedstaaten dokumentierten „unlauteren Handelspraktiken" vorzugehen. „Wenn Milch billiger als Wasser verkauft wird, dann ist das ein Skandal", so ÖVP-Europaabgeordnete Elisabeth Köstinger. Die Preise für bäuerliche Erzeugnisse seien gesunken, während die Margen für Handelskonzerne größer geworden seien. Die Bauern könnten diesem Unterbietungswettbewerb nicht mehr standhalten. 



Köstinger fordert europaweite Maßnahmen gegen Erpressung der Landwirte durch Handelsketten

"Die Zeit der Lippenbekenntnisse und der freiwilligen Selbstverpflichtung ist vorbei. Ich fordere eine EU-Rahmengesetzgebung, die systematisch gegen Produzentenerpressung und Unterbietungswettbewerb vorgeht", so Köstinger anlässlich der heutigen öffentlichen Anhörung zu den Ergebnissen der "Agrarmarkt Task Force" mit Agrarkommissar Phil Hogan und dem Vorsitzenden der Task Force, Cees Veerman. 

Video: Milch - Ein Glaubenskrieg

Wie gesund ist Milch? Ist sie noch ein Naturprodukt? Oder kann sie sogar krank machen? Die Kritiker werden lauter, Milch und Milchprodukte gehören heute zu den umstrittensten Lebensmitteln überhaupt. Die Folge: Die Verbraucher sind zunehmend verunsichert. Der Film macht sich auf die Suche nach Antworten und trifft Wissenschaftler, Mediziner, Milchbauern und Branchenvertreter in Deutschland, Frankreich und Europa. Wer hat recht? Ist Milch gesund? Oder macht Milch krank?

Mittwoch, 4. Januar 2017

Keine Angst mehr um die nackte Existenz

Lübben: Inzwischen hat sich die Situation am Milchmarkt entspannt. Mit dem November-Preis haben wir zumindest die Chance bekommen, wieder wirtschaftlich zu arbeiten. Wir brauchen im Schnitt 35 Cent pro Liter, um keine Verluste zu machen. Die Molkereien zahlen im Schnitt 32 Cent aus. Aber wir haben mit diesem Erzeugerpreis eine wirtschaftlich stabile Situation erreicht. Vor allem die Stimmung ist besser geworden. Jetzt gibt es die Hoffnung, dass sich der Milchpreis stabil hält. 

Schmal: „Die Milchpreise müssen weiter steigen“

Ich denke aber schon, dass wir deutlich über 35 Cent je Liter liegen müssen, damit sich die Betriebe in der Breite fit für die Zukunft machen können. Ich will die „40" aber nicht in den Mund nehmen. Wir wollen ja nicht alles schlechtreden und nicht nur jammern. Wir müssen auch sagen: Der Trend stimmt im Moment. Ich bin immer Optimist, bei mir ist das Glas immer halb voll und nie halb leer. Ich sehe ein Jahr vor uns, das besser wird als 2016.

Dienstag, 3. Januar 2017

Die Preise sind überhaupt nicht befriedigend

Was kaum jemand glaubte, wurde wahr: Seit Oktober bekommen die Bauern in der EU Geld, wenn sie weniger Milch produzieren. Das Konzept dazu stammt von den kämpferischen Bauern des European Milk Board, EMB. Die Molkereien müssen Brüssel zwar melden wie viel Milch sie erfasst haben, aber nicht, wie viel sie an Lager haben. Der EDA, der europäische Milchindustrieverband, hat die Inputs und Outputs verglichen und vor einem halben Jahr die Differenz auf rund 200'000 Tonnen geschätzt. Selbst wenn es am Ende nur 100'000 Tonnen wären ist klar, auf welch dünnem Eis die ganze Markterholung steht. 

Sonntag, 1. Januar 2017

Jeder vierte EU-Landwirt gab zwischen 2005 und 2013 auf

In der Europäischen Union ist die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in weniger als einem Jahrzehnt um mehr als ein Viertel gesunken. Das geht aus dem aktuellen Statistischen Buch über die Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) hervor. Die höchsten Aufgaberaten bei den landwirtschaftlichen Betrieben verzeichneten die Slowakei mit einem jährlichen Minus von 12,5 % im Mittel, gefolgt von Bulgarien mit 8,9 % sowie Polen mit 6,6 %. Auf Frankreich entfiel 2013 ein Anteil von 15,9 % an der insgesamt in der EU landwirtschaftlich genutzten Fläche, gefolgt von Spanien mit 13,3 %, Großbritannien mit 9,9 % und Deutschland mit 9,6 %.